RDB e.V.
Ring Deutscher Bergingenieure
Der Verband von Ingenieuren, Technikern und Führungskräften.
Bezirksverein: RDB e.V. BV - Dortmund Nord

Heute ist Sonntag , der 20.10.2019

Oktober2019
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Schildausbau

Bericht über:

  Exkursion 2002 nach Thüringen  
   
  am 21. Juli 2002 nach Thüringen  
   
  Die Exkursion 2002 führte uns vom 21.07. bis zum 25.07.02 nach Thüringen. Geplant und vortrefflich organisiert wurde die Tour von unseren Kameraden Droste und Tille. Wir bedanken uns bei Euch für die Arbeit die Ihr mit der Planung und Organisation hattet.  
   
  Die Anreise erfolgte in Fahrgemeinschaften. Wir waren 29 Personen, die in Arnstadt im Hotel Anders wohnten. Der Nachmittag wurde mit einem Stadtrundgang ausgefüllt, bei dem uns die Geschichte Arnstadts von Herrn Walther nähergebracht wurde.  
   
  Unsere Gruppe
 
  Unsere Gruppe vor dem Hotel Anders in Arnstadt.
  Foto 1: Karlheinz Droste
   
  Arnstadt, älteste Stadt Thüringens, erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 704. In zwei Jahren wird die Stadt die 1300-Jahrfeier festlich begehen. 954 hielt König Otto in Arnstadt einen Reichstag ab. 1051 bis 1056 gab es die Arnstädter Denarprägung auf Kaiser Heinrich III mit der Umschrift "Arnistat". Arnstadt war zur damaligen Zeit eine bedeutende Handelsstadt. Sie war die Residenzstadt der Grafen Schwarzburg. 1388 hatte die Stadt 3000 Einwohner und war mit starken Mauern und Türmen gesichert.1581 wurden durch Verschulden des Bürgermeisters 378 Häuser, das Rathaus, die Kirche und die Schule eingeäschert. Der Bürgermeister floh nach Erfurt. In der Stadt arbeiteten Stofffärber und Stoffdrucker. Ab dem 17. Jahrhundert war die Fliesenherstellung (blauer Farbton) eine bedeutende Einnahmequelle. In 130 Braustätten wurde Bier gebraut. Heute sind in der Stadt der Kesselbau, die Signaltechnik, das Handwerk und eine Brauerei wichtige Erwerbsquellen.  
   
  In der Altstadt, vom Krieg verschont geblieben, gibt es viele historische Fachwerkhäuser. Die Häuser haben teilweise noch heute, da es bis zur napoleonischen Besetzung keine Hausnummern gab, die Zeichen zur Erkennung wie Palme, Rose, Lamm, Bär usw. über der Toreinfahrt oder dem Hauseingang angebracht . Es gibt fast an jeder Kreuzung einen Brunnen und an den Straßen sind überwiegend Lindenbäume gepflanzt. Die ältesten Bäume sind 300 Jahre alt. Arnstadt ist die Bachstadt. In der Kohlgasse 7 steht das Bachhaus seit 500 Jahren unverändert und wird jetzt restauriert. 1620 war der erste Bach Türmer auf dem Schlossturm. 1703 bis 1709 war J.S. Bach Organist an der Stadtkirche, heute Bachkirche. In der Marktstraße sind die Herbergen der Fuhrleute wie "Goldene Sonne" und "Goldene Henne" aus dem Mittelalter noch erhalten. Am Markt stehen die Patrizierhäuser und das Rathaus. Weiter ging es über den Holzmarkt und den Kohlenmarkt (Holzkohle) wieder zum Ausgangspunkt zurück. Es wird sich in zwei Jahren lohnen, die Stadt zur 1300 Jahr-Feier zu besuchen.  
   
  Denkmal J.S. Bach
 
  Das Denkmal Johann Sebastian Bach in Arnstadt.
  Foto 2: Karlheinz Droste
   
  Am nächsten Tag fuhren wir zum Hohenwarte Stausee. Hier wird die Saale auf einer Länge von 27 km aufgestaut. Der Wasserinhalt des Stausees beträgt 182 Mio. m3 ,die Staumauer ist 75 m hoch und 412 m lang. Die Gesamtnennleistung der 3 Maschinensätze beträgt 62,75 MW. Eine wunderschöne Schifffahrt hat uns die Naturschönheiten dieses Stausees erleben lassen.  
   
  Hohenwarte Stausee
 
  Eine Schifffahrt auf dem Hohenwarte Stausee.
  Foto 3: Karlheinz Droste
   
  Anschließend fuhren wir zum Pumpspeicher-Kraftwerk Hohenwarte II. Frau Fiedler von der VEAG machte mit uns den Rundgang durch die Anlage. Das Speichervolumen bei einem Höhenunterschied von 302 m beträgt 3,28 Mio. m3. Über 8 Rohrleitungen mit einem Durchmesser von oben 2,60 m und unten von 1,90 m werden 8 Maschinensätze, die Spitzenlastbereiche abdecken, versorgt. Die Anfahrzeiten der Turbinensätze betragen 115 sec. Die Gesamtnennleistung beträgt 320 MW bei einem Wirkungsgrad von 73%. Die Größe der im Keller eingebauten Pumpen- und Turbinensätze war beeindruckend.  
   
  Der dritte Tag führte dann zu den Saalfelder Feengrotten. Seit 1530 wurde in diesem ehemaligen Bergwerk Alaunschiefer abgebaut. Entstanden ist das Tongestein im Silur aus Meeresablagerungen von Kieselalgen. Der Schiefer ist mit Schwefelkies und kohliger Substanz durchsetzt. Durch Auslaugen des gewonnenen Gesteins gewann man Alaun, grünen und blauen Vitriol. Zum Gerben von Leder wurde Alaun eingesetzt. Den grünen Vitriol setzte man zur Unkrautbekämpfung ein. Der blaue Vitriol kam bei der Holzkonservierung und im Weinbau zur Anwendung. Um 1850 kam der Abbau, auf Grund der beginnenden Industrialisierung, zum Erliegen. 1910 wurde der Stollen wieder entdeckt. 1914 wurde der Stollen wegen der großartigen Schönheit und Farbigkeit als Schaubergwerk eröffnet. Wir konnten unvergessliche Eindrücke aus diesem Stollen mitnehmen. In der Quellgrotte stimmten wir, wegen der einmaligen Akustik, das Steigerlied an. Die Zeit drängte, so dass wir leider nicht alle Strophen singen konnten. Der schönste Teil des Stollens ist der Märchendom mit der Gralsburg. Hier wurde von 1530 bis 1770 Alaunschiefer abgebaut. Die Befahrung endete, als wir zum Schluss eine Eichenbaumwurzel, die 12 m durch das Gebirge gewachsen war, bestaunen konnten.  
   
  Besuchergruppe "Wir"
 
  Unsere Gruppe vor der Einfahrt in die Saalfelder Feengrotte.
  Foto 4: Harald Schröder
   
  In der Feengrotte
 
  In der Feengrotte in Saalfeld.
  Foto 5: Karlheinz Droste
   
  Dienstag, 23.07.2002: Heute hieß es früh aufstehen, da der Besuch des Kalibergwerks Merkers auf dem Programm stand. Kamerad Metzner vom Bezirksverein Werra Fulda hielt in interessanter und humorvoller Weise den Einführungsvortrag. Unter Tage wurden wir vom Technischen Leiter des Grubenbetriebs Kamerad Büttner begrüßt. Einzelheiten der Befahrung zu berichten kann ich mir ersparen, da hierzu bereits wiederholt in der RDB Zeitschrift berichtet wurde. Anschließend fuhren wir nach Heringen um den Monte Kali zu besteigen und das Kali Museum zu besichtigen. Hier begrüßten uns die Kameraden Engelhardt und Franke. Die Hälfte unserer Gruppe besuchte das Museum und die sich etwas stärker fühlten, bestiegen die Kali Halde. Beeindruckt waren wir von der riesigen Halde, auf der in 30 Jahren 120 Mio. t Salz aufgehaldet wurden. Täglich wächst die Halde um 20.000 t. Nach dem anstrengenden Aufstieg (120 m Höhendifferenz) wurden wir durch einen herrlichen Ausblick über Thüringen entschädigt.  
   
  Aufstieg zur Kali-Halde
 
  Auf dem Weg hinauf zur Kali-Halde.
  Foto 6: Karlheinz Droste
   
  Am folgenden Mittwoch stand der Besuch der Stadt Erfurt auf dem Programm. Erfurt ist erstmalig im Jahre 742 erwähnt worden. Heute zählt Erfurt zu den kulturhistorisch reichsten Städten Deutschlands und ist die Hauptstadt des Freistaates Thüringen. Erfurt ist eine Stadt, die beeindruckende Zeugnisse mittelalterlicher Baukunst aufzuweisen hat. Aus dieser Zeit sind die Grundstrukturen der Altstadt fast vollständig erhalten. Die Altstadt gehört zu den größten Flächendenkmälern Deutschlands. Nach der Besichtigung des Domes, der auf eine Gründung durch den Hl. Bonifatius zurückgeht, und der St.-Severi-Kirche bekamen wir eine sehr kompetente Stadtführung.  
   
  Barockaltar im Dom
 
  Das Bild zeigt den Barockalter im Dom zu Erfurt.
  Foto 7: Karlheinz Droste
   
  Martin Luther studierte von 1501 bis 1505 an der bereits im Jahre 1392 eröffneten Universität. 1505 trat Luther in das Augustiner-Eremiten-Kloster ein und blieb dort bis 1511. Eines der Wahrzeichen von Erfurt ist die Krämerbrücke, die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Die Brücke überspannt mit mehreren starken Sandsteinbögen die beiden Flussarme der Gera auf 120 m Länge, so dass 32 Häuser darauf Platz finden. In der ehemals kurmainzischen Statthalterei ist heute die Staatskanzlei des Freistaates Thüringen untergebracht. Hier hatte Napoleon 1808 seine Residenz, und Johann Wolfgang von Goethe war sehr oft hier.  
   
  Donnerstag, 25.07.2002: Heute besuchten wir zunächst den Tobiashammer in Ohrdruf. Der Tobiashammer ist um 1480 als Eisen-,Draht- und Sichelhammer erbaut worden. Seit dem 16.Jahrhundert wurden dann auch Gerätschaften aus Kupfer produziert. Zu besichtigen sind 5 funktionsfähige Fallhämmer, ein Walzwerk, Pochwerk, Schleifwerk und Glühöfen. Eine besondere Attraktion ist die 1985 stillgelegte Zwillings-Tandem-Reversier-Grossdampfmaschine mit einer Gesamtmasse von 305 t und einer Leistung von 12.000 PS aus der Maxhütte Unterwellenborn.  
   
  Danach fuhren wir zum Rennsteiggarten in Oberhof. Es ist ein botanischer Garten für Gebirgsflora auf einer Fläche von ca. 7 ha rund um den 868 m hohen Pfanntalskopf. Auf der Kammlage des Thüringer Waldes herrscht eine Jahresdurchschnittstemperatur von 4,2°C bei 1.400 l/m2 Niederschlag. An bis zu 150 Tagen im Jahr liegt Schnee. Es werden 4.000 verschiedene Pflanzenarten aus den Gebirgen Europas, Asiens, Nord- und Südamerikas, Neuseelands und arktischer Regionen gezeigt. Anschließend machten wir noch einen Abstecher nach Oberhof.  
   
  Auf zum Rennsteingarten
 
  Auf dem Weg zum Rennsteingarten in Oberhof.
  Foto 8: Karlheinz Droste
   
  Am Freitag konnten wir auf der Heimfahrt noch die Wartburg in Eisenach, Teil des Weltkulturerbes, besichtigen.  
   
  Die Verfasser dieses Berichts sind unser Vorsitzende Dr. Volker Schacke und unser Schatzmeister Harald Schröder.  
   
  Ende  
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